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Winning Choices

Die Anthem Advanced SL-Bikes der beiden Giant Factory Off-Road Team Fahrer Alan Heatherly und Dario Lillo

Der XC-Weltcup ist die ultimative Prüfung für Fahrer und Bikes.
Ab dem Start entbrennt ein Kampf um jede Position über eine Strecke mit steilen Anstiegen und technischen Abfahrten mit Bedingungen die sich von Runde zu Runde wechseln können.

Dario Lillo und Alan Hatherly stehen neben ihren GFORT Anthem Advanced SL Rennrädern.

Die Fahrer des Giant Factory Off-Road Teams, Alan Hatherly und Dario Lillo, vertrauen auf ihre Anthem Advanced SL-Bikes, um sich einen entscheidenden Vorteil zu verschaffen – und die Ergebnisse sprechen für sich. Hatherly sicherte sich mit seinem Anthem 2025 den Titel bei der XCO-Elite-Weltmeisterschaft im Wallis und einen Weltcupsieg in der Lenzerheide. Lillo setzte diesen Erfolg zu Beginn der Saison 2026 fort und gewann den Auftakt des XCO-Weltcups in Südkorea.

Beide arbeiten eng mit unseren Teammechanikern zusammen, um ihre Bikes optimal auf ihre persönlichen Vorlieben abzustimmen. Die Vorbereitung ist gründlich, das Setup akribisch, und jedes Detail zählt. Hier ein Einblick in die Weltcup-Rennmaschinen von Alan und Dario.

KomponenteAlan Hatherly's Anthem Advanced SLDario Lillo's Anthem Advanced SL
RahmenAnthem Advanced SL, size large, custom World Championship paintAnthem Advanced SL, size large
DämpferFox Float SLFox Float SL
FedergabelFox Factory 34-SL, 120mmFox Factory 34-SL, 120mm
VorbauPro Tharsis 3Five stem 100mmGiant Integrated XC, 80mm
LenkerPro Tharsis 3Five flat bar 720mmGiant Integrated XC, cut to 720mm
GriffeODI F-1 Series FloatODI F-1 Series Float
BremsenShimano XTR 9220 lever with 9200 2-piston caliperShimano XTR 9220 lever with 9200 2-piston caliper
BremsscheibenShimano RT-86 180mm front, 160mm rearShimano RT-86 180mm front, 160mm rear
SchaltwerkShimano XTR 9250-GS, medium cageShimano XTR 9250-SGS, long cage
SchalthebelShimano XTR 9250 I-spec EVShimano XTR 9250 I-spec EV
KassetteShimano XTR 9200, 9-45TShimano XTR 9200, 10-51T
KetteShimano XTRShimano XTR
KurbelShimano XTR 9200, 170mmShimano XTR 9200, 170mm
TretlagerShimano XTR PressfitShimano XTR Pressfit
PedaleShimano XTR 9200Shimano XTR 9200
LaufräderGiant XCR WheelSystemGiant XCR WheelSystem
Reifen (vorne)Maxxis Aspen 29 x 2.40 MaxxSpeed CompoundMaxxis Aspen 29 x 2.40 MaxxSpeed Compound
Reifen (hinten)Maxxis Aspen 29 x 2.40 MaxxSpeed CompoundMaxxis Aspen ST 29 x 2.40 MaxxSpeed Compound
SattelGiant Grit SLRGiant Grit SLR
SattelstützeFox Factory Transfer 120 (set to 110mm)Fox Factory Transfer SL 100mm
Sattelstütze RemoteFox UniversalShimano SL-MT800

Wie fühlt sich ein schnelles XC-Bike auf den modernen WC-Strecken an – wo merkst du es zuerst?

AH: Ein schnelles Bike vermittelt das Gefühl, auf flachen Abschnitten mit dem gleichen Kraftaufwand mehr Geschwindigkeit erzeugen zu können, und bergab liegt es satter auf dem Boden und ist bei höheren Geschwindigkeiten stabiler. Mit einem schnellen Bike kann man sich besser auf die Erholung konzentrieren, statt mit erhöhtem Kraftaufwand die Geschwindigkeit zu halten.

DL: Ein schnelles Bike beschleunigt blitzschnell aus den Kurven heraus und meistert holpriges, steiniges und wurzeliges Gelände souverän.

Wenn du dein Setup in einem Satz beschreiben müsstest, was ist dein Ziel – Spritzigkeit, Stabilität, Traktion oder Effizienz?

AH: Effizienz. Rundenrennen erfordern Konstanz. Man muss jede Runde mit der gleichen Präzision fahren können, Wurzel für Wurzel, Kurve für Kurve. Deshalb ist ein effektives Bike-Setup für den Renntag entscheidend.

DL: Die Balance zwischen einem Setup mit optimalem Rollverhalten, ausreichend Traktion und Komfort für ein 80-minütiges Rennen.

Welche Komponente an deinem Bike weicht von einem "Standart" XC Aufbau ab?

AH: Ich nutze die Fox Factory Transfer Dropper Post anstelle der leichteren Transfer SL. Mir gefällt, dass ich die Sattelstütze genau dort arretieren kann, wo ich sie brauche. Sei es in der mittleren Position für XC-Starts, um mit einem Fuß auf dem Boden besser das Gleichgewicht zu halten, oder etwas tiefer für Übergangsstrecken, bei denen der Sattel nicht komplett abgesenkt werden muss.

DL: Ich fahre oft Rennen mit der XTR 45er Kassette, um Gewicht zu sparen und engere Gangabstufungen zu haben, da die größten Ritzel der 51er Kassette nicht so oft zum Einsatz kommen.

Welche Setup-Einstellungen änderst du von Woche zu Woche je nach Streckenbedingungen?

AH: Mein Mechaniker und ich testen und optimieren in der Off-Season alle Ausrüstungsgegenstände und Einstellungen, um sicherzustellen, dass wir ein zuverlässiges Basis-Setup für die gesamte Rennsaison haben. Nachdem ich ein paar Runden auf einer Strecke mit meinem Basis-Setup gefahren bin, bespreche ich mit meinem Mechaniker eventuelle Feinabstimmungen, die in der Regel nur geringfügig sind. Eine Sache, die ich regelmäßig ändere, ist, beim Short Track Rennen ein größeres Kettenblatt zu verwenden, da die Strecken dort in der Regel schnellere Rennen mit weniger technischem Terrain ermöglichen.

DL: Reifen und Reifendruck sind die wichtigsten Entscheidungen, die sich von Woche zu Woche ändern. Auch die Fahrwerkseinstellungen werden je nach Streckengeschwindigkeit und Streckenmerkmalen wie Sprüngen und Drops angepasst.

Bevorzugst du standardmäßig die HIGH oder LOW Position des Flipchips – und welche Streckenmerkmale erfordern die jeweils andere Einstellung?

AH: Ich nutze am häufigsten die LOW Position. Als ich Anfang 2025 den ersten Prototypen erhielt, haben wir beide Positionen ausgiebig getestet, und beide bieten ein großartiges Fahrgefühl auf dem Trail. Die LOW Position passt letztendlich besser zu meiner Sitzposition und Körperhaltung und ist für mich einfacher, da ich während der Saison zwischen Straßen- und Mountainbike-Rennen wechsle.

DL: Meine Standardeinstellung ist die LOW Position. Ich wechsle zur HIGH Position für langsamere, technisch anspruchsvollere Strecken, wo man mehr Bodenfreiheit benötigt, um Pedalaufsetzer zu vermeiden, und ein direkteres, schnelleres Lenkverhalten.

Erzähl uns von einem Rennen, bei dem du eine Einstellung oder Komponente geändert hast und sich das sofort ausgezahlt hat – was ist auf der Strecke passiert?

AH: Bei der XCO-Weltmeisterschaft 2025 entschied ich mich, die neuen Giant XCR-Laufräder zu fahren. Wir hatten bis dahin in der Saison mehrere Prototypen getestet und von Rennen zu Rennen zwischen den XCR-Laufrädern und unseren handgefertigten Laufrädern gewechselt, daher war es eine wichtige Entscheidung. Nach dem Training bei der WM war ich überzeugt, dass das XCR-Laufrad das schnellste war, und die Wide Guard-Felge rettete mich mehrmals, als ich vorne Durchschläge hatte.

DL: Beim ersten Weltcup 2026 in Mona PyonYong änderten sich die Wetterbedingungen über Nacht vor dem Rennen dramatisch. Wir wechselten die Reifen auf den Maxxis Beaver, einen schmalen Geländereifen. Wir starteten das Rennen mit einem aggressiven Reifendruck: 1,25 bar vorne und 1,3 bar hinten, was für die Reifenbreite sehr niedrig ist. Zusätzlich reduzierten wir die Zugstufe der Federung, um das Bike auf den nassen Abfahrten stabiler zu machen. Wir brachten außerdem Griptape an den Bedienelementen an, damit sie nicht rutschig waren, montierten Zehenspikes an meine Laufschuhe und entfernten die Kettenführung, um mehr Schlammfreiheit im Antrieb zu gewährleisten. Diese Änderungen zahlten sich letztendlich aus, und ich konnte mit diesem Setup meinen ersten Elite-XCO-Weltcup gewinnen.

Beschreibe uns den Ablauf vom Donnerstagstraining bis zum Sonntagsrennen – was wird üblicherweise geändert und warum?

AH: Donnerstags sehen wir die Strecke zum ersten Mal, und es ist ein arbeitsreicher Tag. Ich beginne mit einer Erkundungsrunde mit meinen Teamkollegen und unserem technischen Trainer, der bereits einige Runden gefahren ist, um uns zu helfen und uns verschiedene Linienoptionen aufzuzeigen. An den folgenden Trainingstagen wird es natürlich schneller, da alle Fahrer die Ideallinie befahren. Mein Mechaniker steht immer mit Werkzeug und Laufradsätzen sowie verschiedenen Reifenoptionen in der Verpflegungszone, um mein Setup für höhere Geschwindigkeiten zu optimieren. Zum Schluss fahre ich meine schnellen Runden, um sicherzustellen, dass alles für das Rennen bereit ist.

DL: Mein Mechaniker und ich treffen die ersten Entscheidungen bezüglich Fahrwerk und Reifen basierend auf unseren Erfahrungen auf ähnlichen Strecken und passen diese dann täglich an die Wetter- und Streckenbedingungen an.

Wie bestimmst du die Übersetzung? Welche Daten oder Erkenntnisse nutzt du – Streckenverlauf, Leistungsdaten, Trittfrequenz oder Rennstrategie? Oder entscheidest du einfach nach Gefühl?

AH: Mir gefällt die engere Abstufung der XTR 9-45T-Kassette im Vergleich zur 10-51T-Variante, und daran halte ich mich normalerweise fest. Die Kettenblattgröße wähle ich, nachdem ich mir die Strecke angesehen und über den Rennverlauf nachgedacht habe. Bei vielen Engstellen und starken Beschleunigungen entscheide ich mich vorsichtshalber für ein kleineres Kettenblatt. Ein 36er oder sogar 34er Kettenblatt kann im Rennen einen großen Unterschied machen, und mit dem 9er ist die Übersetzung immer noch groß genug für einen Sprint.

DL: Ich frage mich: „Wie lang und steil sind die Anstiege? Wie wahrscheinlich brauche ich einen großen Gang für einen Sprint? Wie lang sind die Abschnitte, in denen ich am meisten treten muss? Wie sehen die Übergänge von Anstiegen zu Abfahrten aus?“ Idealerweise möchte man so wenig Zeit wie möglich mit dem Schalten zwischen den Gängen verbringen. Daher wähle ich die Kettenblattgröße entsprechend, um die richtige Balance zu finden.

Eine Frage zu den absenkbaren Sattelstützen: Warum verwendet ihr entweder die Transfer 120 oder die Transfer SL 100?

AH: Ich fahre die Transfer 120 mit 110 mm Hub, weil ich sie so präzise auch in den Mittelstellungen absenken kann, im Gegensatz zur Transfer SL, die entweder ganz unten oder ganz oben ist. Die Transfer SL ist einfacher konstruiert und leichter, aber die Transfer 120 hat engere Buchsen, weil sie komplexer ist, und ich bevorzuge ein steiferes Fahrgefühl. Die Gewichtsersparnis ist mir weniger wichtig.

DL: Ich habe mich aus zwei Gründen für die SL entschieden. Erstens wegen des geringeren Gewichts und zweitens, weil die Einstecktiefe der Transfer 120 nicht zu meiner Sattelhöhe passt. Ich bräuchte also eine Sattelstütze mit längerem Hub, was keinen Sinn macht.

Erzählt uns etwas über eure Cockpit-Wahl und welche Faktoren eure Konfiguration beeinflusst haben. Spielt nur die Passform eine Rolle oder gibt es auch Fahreigenschaften und andere, weniger offensichtliche Aspekte? Und wie sieht es mit eurer Bremshebelkonfiguration aus?

AH: Ich fahre meine Bremsen links/hinten, rechts/vorne und 17,5 cm vom Griffende bis zur Mitte der Hebelklemmung. So kann ich die XTR 9220 Hebel optimal mit dem Finger erreichen. Ich habe den Fox Universal Dropper-Hebel für die Sattelstütze rechts über der Bremse montiert und den Lockout-Hebel für das Fahrwerk links, wo sich üblicherweise die Remote für die absenkbare Sattelstütze befindet. Da ich oft zwischen Rennrad und Mountainbike wechsle, benötige ich für mein Bike einen längeren 100-mm-Vorbau und einen auf 720 mm gekürzten Flatbar.

DL: Mir gefällt das Fahrgefühl der Lenker-Vorbau Kombi am Anthem. Er bietet eine gute Kombination aus Steifigkeit beim Ziehen in den Aufstiegen und Nachgiebigkeit beim Bergabfahren, und die Abmessungen passen perfekt zu meiner Sitzposition. Ich fahre meine Bremshebel relativ weit unten, um eine Position über dem Lenker zu erreichen und so Druck aufs Vorderrad auszuüben.

Welchen ersten Setup-Schritt würdest du einem ambitionierten Amateur empfehlen, der schneller werden möchte?

AH: Wenn du dich mit der Federung deines Fahrrads nicht so gut auskennst, empfehle ich dir, dich in einem Veloladen beraten zu lassen, um herauszufinden, ob deine Einstellungen für Sag und Rebound optimal sind. Oftmals sind sie es nämlich nicht. Ein grundlegendes Setup und das Verständnis deiner Federung helfen dir, schneller zu werden und mehr aus deinem Bike herauszuholen.

DL: Überprüfe, ob deine Federung gewartet werden muss und stelle sicher, dass der Sag korrekt eingestellt ist. Experimentiere außerhalb von Rennen, um die Grenzen deines Reifendrucks und deiner Reifenwahl auszuloten.

Was können Fahrer zu Hause am einfachsten tun, um zu überprüfen, ob eine Änderung geholfen hat?

AH: Die Stoppuhr lügt nie. Ich habe eine Runde in der Nähe meines Zuhauses, auf der ich mein Equipment teste. Zwei Runden hintereinander sind der schnellste Weg, um festzustellen, ob deine Änderungen schneller oder langsamer waren. Notizen helfen dir außerdem als Referenz für Entscheidungen am Renntag.

DL: Suche dir eine kurze, wiederholbare Strecke, um mit Reifen- und Federungsänderungen zu experimentieren. Nimm immer nur eine Änderung gleichzeitig vor.

Deine nächsten Schritte

Wie holst du das Optimum aus deinen Cross Country Fahrten raus und machst Fortschritte im Wettkampf?

1. Notizen machen

Beginne mit den Grundlagen und überprüfe den Negativfederweg (Sag) deines Dämpfers und deiner Federgabel. Kontrolliere vor jeder Fahrt den Reifendruck mit einem Reifendruckmesser. Notiere dir deine Fahrwerkseinstellungen und Reifendrücke, um alles zu dokumentieren und jede Anpassungen festzuhalten.

2. Experimentieren

Nimm einzelne kleine Anpassungen vor und prüfe, ob du den Unterschied auf den Trails spürst. Wähle eine Teststrecke und stoppe die Rundenzeiten. Notiere dir die Streckenbedingungen und die Rundenzeiten. Wenn du ein Anthem Advanced SL fährst, versuche, die Geometrieeinstellungen zu wechseln, um die unterschiedlichen Fahreigenschaften der Einstellungen „High“ und „Low“ zu erleben.

3. Sprich mit einem Mechaniker

Die Fahrwerkseinstellung kann komplex sein, und die Details sind entscheidend. Um mehr über deine Dämpfereinstellungen – einschließlich Luftdruck, Dämpfung und Zugstufe – zu erfahren, lass dein Bike in einer Werkstatt überprüfen. Ein qualifizierter Mechaniker kann sicherstellen, dass alles einwandfrei funktioniert und die Performance optimal auf deinen Fahrstil und das jeweilige Terrain abstimmen.